Protokolle

 

Protokoll 1: Coaching einer Führungskraft

Die Kundin war ungewollt in eine Führungsposition geraten. Die bisherige Leiterin hatte gekündigt. Die Kundin wollte sich durch ein Coaching einen Überblick über ihre momentan verwirrende Situation verschaffen. Wir kannten uns schon aus einer Team- und Fallsupervision, die 3 Jahre zurücklag.

Wir vereinbarten 5 Sitzungen im monatlichen Abstand, mit den Schwerpunkten:

  • den Entscheidungsvorgang, die Leitung zu übernehmen, hinterfragen
  • das berufliche System aus der Führungsperspektive betrachten
  • Klarheit in strukturelle und Personalfragen bringen
  • sich der Veränderungen bewusst werden
  • die neue Rolle definieren und füllen

Wir arbeiteten mit visualisierenden und assoziativen Methoden, mit Skalierungen und Entscheidungsaufstellungen. Die Motivation, die Leitung tatsächlich zu übernehmen wurde mit der Zeit deutlich sichtbar.
Im ersten halben Jahr passierten viele unvorhergesehene Dinge im privaten und Anfeindungen im beruflichen Umfeld der Kundin, die sie sehr belasteten. Sie spielte mit dem Gedanken, sich beruflich zu verändern. Unsere Vereinbarung wurde verlängert. Die Kundin kam in größeren Zeitabständen mehrere Jahre lang. Hauptthemen waren: Unterscheidung der verschiedenen Kommunikationsebenen und Rollen, Gesunderhaltung, Kompetenzen-Bilanzierung und immer wieder Umgang mit Krisen und Veränderungen.
Als wir das Coaching abschlossen, hatte sich die Kundin einen guten Stand in der Institution erarbeitet und wurde als Leiterin respektiert. Sie kam mit den Arbeitsanforderungen gut zurecht und achtete darauf, sich Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit zu schaffen.
 

Protokoll 2: Team- und Fall- Supervision Beratungsstelle

Ein Team von Beraterinnen und Beratern fragte wegen klientenbezogener Supervision an, weil das zum Standard der Stelle gehörte. Sie hatten schon seit vielen Jahren Supervision, um ihre Beratungsarbeit zu reflektieren.
In einem ersten Kontakt traf ich ein sehr motiviertes und fachlich hochqualifiziertes Team an. Wir vereinbarten monatliche Sitzungen für ein Jahr. Diese Vereinbarung wurde mehrmals verlängert. Die Supervision habe ich nach vier Jahren abgeschlossen, da mir der notwendige Abstand durch die lange Zusammenarbeit abhanden kam, und der Blick von außen drohte verloren zu gehen. Der Blick aus der Distanz ist für mich ein wesentliches Arbeitsmittel.
Wir arbeiteten hauptsächlich an Beratungssituationen, häufig mit Techniken des Sichtbarmachens von Dynamiken und Verstrickungen im Klientensystem. Wichtig war mir immer die Wechselwirkung zwischen der persönlichen und beruflichen Situation der Beratenden und der Klientenproblematik. Themen wie Abgrenzung, Umgang mit Belastungen, Gesunderhaltung und Selbstschutz begleiteten die Supervisionsarbeit kontinuierlich.
Da die Beraterinnen und Berater sehr gut ausgebildet waren und viel Erfahrung hatten, sah ich meine Funktion zeitweise darin, den Schatz an Kompetenzen untereinander zugänglich zu machen, d.h. ich moderierte die gegenseitige Beratung innerhalb des Teams. Jedes Jahr leitete ich eine Zwischenbilanz der supervisorischen Arbeit mit analogen Methoden an, um festzustellen, ob unsere Zusammenarbeit weiterhin sinnvoll und nützlich war.
 

Protokoll 3: Gruppensupervision Hospizverein

Von einem Hospizverein bekam ich die Anfrage, ehrenamtlich arbeitende Hospizbegleiterinnen in ihrem Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden,  sowie ihren Angehörigen zu supervidieren. Der Zeitrahmen war mit monatlichen Sitzungen über drei Jahre vorgegeben.
In der ersten Phase stellten wir eine gemeinsame Arbeitsbasis her. Für viele der Ehrenamtlichen war Supervision Neuland. Ich selbst musste mich auf die private Ebene ehrenamtlich Engagierter einstellen.
Mit dieser Gruppe arbeitete ich mit Ritualen, mit assoziativen und strukturierenden Methoden. Eine überwiegend verbale Arbeitsweise mit häufigen Gelegenheiten zum Austausch erwies sich als sehr geeignet. Es gab immer ein großes Bedürfnis, sich mit zuteilen, Ängste, Unsicherheiten, Nöte, schöne Momente, Erfolge und Glücksgefühle zu äußern. Immer wieder kehrende Themen waren: existentielle und spirituelle Fragen, Biografisches, eigene Stärken und Schwächen, Werte und Haltungen, Grenzziehungen, Umgang mit Erwartungen, konsequentes Verhalten, Selbstschutz.
In den drei Jahren erlebte ich einen Zuwachs an Sicherheit und Klarheit bei den Hospizbegleiterinnen, die ich sehr beeindruckend fand. Als Gruppe entwickelte sich eine Nähe und Vertrautheit, die auch sehr persönliche und schwierige Themen ermöglichte.
 

 

Protokolle
Ich bin Mitglied der DGSv, der Deutschen Gesellschaft für Supervision. Das bürgt für Qualität, Niveau und Wirkung meiner Arbeit.